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Die missliche Sache Leben

"Das Leben ist eine missliche Sache, ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken." Diese Äußerung, die Arthur Schopenhauer bereits im Alter von 23 Jahren tätigte, ist charakteristisch - sowohl für den Menschen als auch für den Philosophen Schopenhauer. Als er 1860 im Alter von 72 Jahren starb, galt er seinen Zeitgenossen als unverbesserlicher Pessimist und Misanthrop. Lange belächelt und erst spät geschätzt, gehört Schopenhauer zu den bedeutendsten deutschen Philosophen.

Die pessimistische Grundhaltung hat nicht nur Schopenhauers Werk, sondern auch sein Leben geprägt. Sein einziger Freund, dem er von Herzen zugetan schien, war ein Pudel. Er rühmte die Intelligenz des Tieres, die ohne "menschliche Verstellung" auskomme und ihm deshalb "durchsichtig wie ein Glas" erscheine. Gut im Kern war für Schopenhauer nur der Pudel, die Menschen dagegen waren ihm unerträglich. Den Anspruch des Menschen auf die "Krone der Schöpfung" hielt Schopenhauer für anmaßend, stattdessen sah er ihn auf Augenhöhe mit den Tieren: "Der Mensch ist ein Tier, bei dem die Intelligenz lediglich den Mangel an Instinkten … kompensieren muss." So verwundert es nicht, dass Schopenhauer seinen Pudel, wenn dieser dann doch einmal für Verstimmung sorgte, mit den Worten tadelte: "Pfui, du bist kein Hund, du bist nur ein Mensch."

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