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16.05.2012

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Schneise durch die Stadt: Militärhistorisches Museum Dresden

Der Neubau des "Militärhistorischen Museums" in Dresden schiebt sich wie ein Keil durch die alte Bausubstanz. Beton und Stahl zerteilen den historischen Sandstein, ganze Etagen werden durchbrochen. So wird der Besucher schon von außen zum Nachdenken angeregt – über die bizzarre Fassade und über den eigenen Standpunkt im Raum. Denn die Spitze des Keils zeigt genau auf die Stelle, an der am 13. Februar 1945 die Alliierten das Bombardement der Stadt begannen. Am Ende lag ganz Dresden in Schutt und Asche.

Entworfen hat den Neubau Daniel Libeskind. Der polnisch-amerikanische Stararchitekt hat sich dem Dekonstruktivismus verschrieben, einer Architekturform, die gerade und starre Formen aufbrechen will. Auch deshalb wählte die Bundeswehr Libeskinds Entwurf für den Neubau des Museums: Sie will neue Perspektiven auf den Krieg eröffnen und alte Blickwinkel überwinden. Libeskind habe gesagt, man könne "deutsche Militärgeschichte nicht in einem rechteckigen Raum erzählen", erinnert sich dessen Dresdner Assistent Jochen Klein.

Ob Libeskinds kantiger "Riesenstachel" wirklich eine Bereicherung für das Stadtbild ist, darüber streiten die Dresdner seit Baubeginn. In jedem Fall hat die Stadt nun ein neues Wahrzeichen. Aber der Libeskind-Bau ist nur der jüngste Vertreter einer neuen Museumsarchitektur, die sich seit rund zwanzig Jahren in Europas Großstädten ausbreitet.

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