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Rebellion in der Wüste

In der aktuellen Krise in Mali geraten sie zwischen die Fronten: Gut ausgebildete Söldner der Tuareg, in Libyen ausgerüstet auch von deutschen Waffenhändlern, kamen nach Gaddafis Sturz in den Norden Malis. Sie kämpften an der Seite von Islamistengruppen. Inzwischen machen viele Malier ihnen den Vorwurf, sie hätten den Islamisten zum Sieg verholfen. Dabei vertreten die meisten Tuareg eine freiere Auffassung des Islams und hatten nicht das Ziel, einen terroristischen Gottesstaat von Al Kaidas Gnaden zu errichten.

Am 6. April 2012 hatten die Tuareg ihren eigenen Staat ausgerufen, den sie Azawad nannten und dessen Flagge auch in den wichtigsten Städten der Region wie Kidal, Gao und Timbuktu wehte. Diese Region gilt vielen Tuareg als das eigentliche Zentrum ihrer Kultur und erstreckt sich im Norden Malis bis zur algerischen Grenze, im Osten bis zur Grenze mit Niger und im Westen bis nach Mauretanien.

Was die einen als gewaltsame Besetzung anprangerten, verstanden viele Tuareg als Befreiung: Seit Jahrzehnten fühlten sie sich politisch und wirtschaftlich benachteiligt und fürchten nun mehr den je um ihre nomadische Freiheit in dem Wüstengebiet. Schätzungen zufolge umfasst das Volk der Tuareg etwa 1,5 Millionen Menschen, die sich auf die Region zwischen Niger, Algerien, Libyen, Burkina Faso und Mali verteilen. In all diesen Staaten bilden sie eine ethnische Minderheit und ein Blick in die Geschichte zeigt: Der Konflikt um die nationale Selbstbestimmung des Nomadenvolkes reicht weit zurück.

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© SWR 2013

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