Ottmar Walter, Foto: dpa
OTTMAR WALTER
* 06.03.1924
SPORTLICHE ERFOLGE
  • • Verein: 1. FC Kaiserslautern
  • • Deutscher Meister 1951 und 1953
  • • Deutscher Vizemeister 1948, 1954, 1955
  • • Weltmeister 1954
  • • 21 Länderspiele
  • • 10 Länderspieltore

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Die Helden von Bern :: Die Helden :: Ottmar Walter


 Porträt Ottmar Walter
"Ottes, Sie werden mich nicht enttäuschen"

Ottmar Walter war einer der erfolgreichsten Torjäger seiner Zeit. In 321 Pflichtspielen für den 1. FC Kaiserslautern traf "Ottes" 336 Mal und führt noch bis heute vor seinem Bruder Fritz Walter die "ewige" Torschützenrangliste im Südwesten an. Nach dem "Wunder von Bern" folgten jedoch auch schwere Zeiten.

 
Mittelstürmer Ottmar Walter , Foto: dpa
Ottmar Walter im Endspiel von BernVergößern
Er hatte in fast allen Vorrunden-Spielen getroffen - doch im Endspiel am 4. Juli 1954 blieb er ohne Torerfolg. Dafür riss Ottmar Walter, der "kleine Bruder" von Kapitän Fritz Walter, mit seinem ständigen Rochieren die Abwehr der Ungarn auseinander und schuf so Platz für die Torschützen Rahn und Morlock. Gemeinsam mit seinem Bruder Fritz Walter und Werner Baßler bildete er in der Zeit von 1947 bis 1956 beim 1. FC Kaiserslautern nach Meinung vieler Sportjournalisten das beste Sturmtrio in Deutschland. Auch in der deutschen Nationalmannschaft war er bei der Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz von Trainer Sepp Herberger gesetzt, obwohl der im Sturm gleich mehrere gute Spieler hatte. "Ottes, Sie werden mich nicht enttäuschen", hatte Herberger gesagt und der "kleine Walter" dankte es mit vier Turniertreffern.


 
 Gutes Verhältnis zum "großen Bruder"

Obwohl sein älterer Bruder Fritz Walter der unbestrittene "Star" beim FCK und in der Nationalmannschaft war, gab es keinen Neid zwischen den beiden Brüdern. Er selbst sagte über sich und seinen Bruder auf dem Spielfeld: "Der Fritz brauchte nur zu gucken, wo ich bin. Dann wusste ich auch schon, was er machen wird und bin in die richtige Position gestartet" (FAZ, 6.3.1999).

Nachdem er jahrzehntelang im Schatten seines Bruders gestanden hat, genießt Ottmar Walter heute sichtlich die große Aufmerksamkeit zum 50. Jubiläum des "Wunders von Bern". Er ist zusammen mit Horst Eckel, Hans Schäfer und dem zurückgezogen lebenden Alfred Pfaff der letzte lebende "Weltmeister" von 1954.


 
 Pech im Beruf und ein Selbstmordversuch

Anders als sein Bruder, der zu einem erfolgreichen Geschäftsmann wurde, blieb Ottmar nach dem Ende der Fußball-Karriere der berufliche Erfolg versagt. Die von ihm geführte Tankstelle (Slogan: "Willst du unserem Ottmar danken, musst du fleißig bei ihm tanken") musste der gelernte Automechaniker nach einem Prozess mit dem Ölkonzern aufgeben. Dann folgten ein Autounfall und gesundheitliche Probleme, die zum Teil von seiner Kriegsverletzung herrührten. Schließlich war er völlig mit den Nerven am Ende und verübte einen Selbstmordversuch. "Das war eine Kurzschlusshandlung, die mir im Nachhinein unverständlich ist", sagte Ottmar Walter dazu später. Hilfe kommt in dieser Situation von der Stadt Kaiserslautern, die ihm eine Stelle in der Verwaltung anbietet, die er bis zu seiner Früh-Pensionierung mit 58 Jahren behält.

Ottmar Walter und der ungarische Torwart Gyula Grosics (li.), Foto: dpa
Ottmar Walter und Torwart Gyula Grosics (li.)Vergößern
 Treu im Berufs- und Privatleben

Eines hatte Ottmar Walter mit seinem "großen Bruder" Fritz gemeinsam: Beide blieben beruflich ihrem Verein – dem 1. FC Kaiserslautern – und privat ihren jeweiligen Ehefrauen ein Leben lang treu. Der Besuch der FCK-Heimspiele ist für Ottmar Walter bis heute Pflicht. Seine Frau Anneliese, mit der er in Kaiserslautern jahrelang eine Lotto-Annahmestelle betrieb, war immer eine große Stütze in seinem Leben. 1998 feierten die beiden Goldene Hochzeit. Das Paar hat einen Sohn, der ebenfalls Ottmar heißt und zwei Enkeltöchter.

 
 Martin Heuser

 

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