Die ungarische Wunderelf, Foto: dpa
SPORTLICHE ERFOLGE
  • • Olympiasieger 1952
  • • Vize-Weltmeister 1954
  • • 1950 bis 1954 - 31 Spiele ohne Niederlage
  • • Die Aufstellung im WM-Endspiel 1954:
    T O R:
    - Gyula Grosics
    V E R T E I D I G U N G:
    - Jenö Buzanzski
    - Mihaly Lantos
    M I T T E L F E L D:
    - József Bozsik
    - Gyula Lorant
    - József Zakarias
    S T U R M:
    - Mihaly Tóth
    - Ferenc Puskás
    - Nandor Hidegkuti
    - Sandor Kocsis
    - Zoltan Czibor

StartseiteDas Endspiel Die ToreDie Heldendamals - heute Impressum

Die Helden von Bern :: Die Helden :: Die Wunderelf


 Die ungarische Wunderelf
Die Wunde von Bern

Ein Wunder war der Endspielsieg der deutschen Nationalmannschaft vor allem deshalb, weil das ungarische Team in jener Zeit fast unschlagbar erschien. Die Magyaren konnten am 4. Juli 1954 auf eine beispielslose Erfolgsserie zurückblicken.

 
England - Ungarn - nach dem Spiel
Die ungarische Wunderelf nach dem Sieg über England 1953Vergößern
31 Spiele in Folge waren die Ungarn bis zum 4. Juli 1954 ungeschlagen geblieben. Noch heute sprechen Experten von der "ungarischen Wunderelf", vom "goldenen Team" oder der "besten Nationalmannschaft der europäischen Fußballgeschichte." Puskás, Hidegkuti, Kocsis, Bozsik, Lorant und Co. beeindruckten durch ihre spielerische Perfektion. In punkto Spielintelligenz, Offensivgeist und Geschicklichkeit waren sie ihren Gegnern haushoch überlegen. Viele große Mannschaften wurden von den Ungarn regelrecht deklassiert. Das beste Beispiel: Im November 1953 erlitt England, das bis dahin noch nie ein Heimspiel gegen kontinentale Mannschaften verloren hatte, auf dem heiligen Rasen von Wembley eine 3:6 Niederlage. Im Revanchespiel in Budapest mussten die Engländer sogar ein 1:7 Desaster hinnehmen.

 
Enttäuschte Ungarn, Foto: dpa
Enttäuschte Ungarn nach der Niederlage gegen Deutschland
Nach der Niederlage weniger Privilegien

Die Niederlage im WM-Endspiel 1954 war für die ungarischen Spieler eine unerwartete Katastrophe. Die Bilder zeigen niedergeschlagene Spieler mit leeren Gesichtern, manche sollen sogar geweint haben. Viele Ungarn haben diese Niederlage nie überwunden. Torwart Gyula Grosics erzählt, dass ihm noch heute die Tränen in die Augen steigen, wenn er an das entscheidende dritte Tor denkt. Helmut Rahns Treffer war sein Schicksalstor, denn der Torwart wurde ein Jahr nach der Niederlage verhaftet und in die Provinz verbannt.

Die anderen Spieler mussten weniger leiden, doch war es mit vielen Privilegien vorbei. Der lukrative Schmuggel über die Grenze beispielsweise war nach Auswärtsspielen nicht mehr möglich. Ferenc Puskás erzählt, die Menschen hätten ihn nach der Berner Niederlage auf der Straße angesehen, als hätte er eine Krankheit. Nach Bern waren die Fußballstars nicht mehr die uneingeschränkten Lieblinge der Ungarn.

Zudem ging der Fußball als politischer Katalysator verloren. Puskás, Boszik, Hidegkuti und Co. konnten den Menschen nicht mehr helfen, die Auswirkungen des kommunistischen Regimes klaglos zu ertragen. Schon am 4. Juli 1954 gab es erste Ausschreitungen in Budapest. Im Oktober 1956 schließlich versuchten die Ungarn, mit einem Volksaufstand ihre Unterdrücker loszuwerden.


 
 Neue Siegesserie bis 1956

Trotz der schmerzlichen 2:3-Niederlage von Bern untermauerten die Ungarn auch nach der WM ihre Extraklasse. In den folgenden 14 Länderspielen gab es keine Niederlage. Erst nach der ungarischen Revolution im Herbst 1956 zerbrach die "Traummannschaft". Puskás, Czibor, Kocsis und später auch Lorant zogen in den Westen.

Obwohl sie sechs Jahre lang den Weltfußball beherrschten, steht auf der Habenseite der "Wunderelf" nur der Olympiasieg 1952. Der große Triumph blieb aus, weil sich die Magyaren am 4. Juli 1954 einer deutschen Mannschaft beugen mussten, die an diesem Tag über sich selbst hinaus wuchs.


Ungarischer Wimpel von 1954
Ungarischer Wimpel von 1954
 

 
 Andreas Oehler

 

zurückblätternzurückblättern zu
Die Helden: Albert Sing
weiterblättern zu
Die Helden: Ferenc Puskás
weiterblättern