Alfred Paff, Foto: dpa
ALFRED PFAFF
* 16.07.1926
SPORTLICHE LAUFBAHN
  • • Verein: Eintracht Frankfurt
  • • Deutscher Meister 1955
  • • Weltmeister 1954
  • • 7 Länderspiele
  • • 2 Länderspieltore

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Die Helden von Bern :: Die Helden :: Alfred Pfaff


 Porträt Alfred Pfaff
Der Mann im Schatten

Während des Endspiels in Bern saß ein Mann auf der Tribüne, der in den 50er Jahren wie kein zweiter auf dem Platz zaubern konnte: Alfred Pfaff. Der andere geniale deutsche Spielmacher dieser Zeit stand auf dem Platz und führte die deutsche Nationalmannschaft zum Titel: Fritz Walter.

 
Alfred Pfaff, Foto: dpa
Alfred Pfaff (li.) als Kapitän von Eintracht FrankfurtVergößern
Sepp Herberger schrieb Alfred Pfaff einmal: "Mit Fritz müssten sie eigentlich ein Paar werden, das sich gut versteht und das mit dem Ball unwiderstehlich werden müsste", doch zusammen haben sie nur selten gespielt. Berühmt wurde das "Opferspiel" bei der WM in der Schweiz: die 3:8-Niederlage gegen Ungarn in Basel, bei der Trainer Herberger eine B-Mannschaft aufs Feld geschickt hatte. "Es war klar, dass der Fritz und ich nach dieser Pleite nicht noch einmal zusammenspielen würden", sagte Pfaff rückblickend in einem Interview.

Dazu kam noch die (ungeklärte) Geschichte vor dem Spiel gegen Österreich: Herberger hatte Pfaff bereits angedeutet, er könne mit einem Einsatz rechnen. Doch irgendwie klappte das dann doch nicht. Es ging das Gerücht um, Walter hätte Herberger gesagt, Pfaff wäre verletzt, worauf der Trainer dann doch seinen Routinier aufstellte. Walter lief gegen Österreich dann zu Hochform auf.


 
 "Alfred war nicht kämpferisch genug"

Dass Pfaff während der WM nicht mehr zum Zuge kam, ist für ihn selbst ganz klar: "Wenn der Fritz gesund war, kam ich nicht zum Einsatz." Walter war älter und international erfahrener – und er war von Herberger, dem man eine "Affenliebe" für Lauterer Spieler nachsagte, gesetzt. Jedenfalls konnte Pfaff nie aus Walters Schatten heraustreten. Seine Frau meint dazu: "Alfred war nicht kämpferisch genug". Tatsächlich begehrte der Regisseur damals nicht auf, wollte Herberger allein durch Leistung überzeugen; ein nutzloses Unterfangen in der verzwickten Konkurrenzsituation.

So versagte der Nationaltrainer ihm auch später das Vertrauen; nach nur sieben Länderspieleinsätzen war seine Karriere als Nationalspieler bereits 1956 zu Ende - da ist Paff 30, sein sportlicher Rivale 36. Zwei Jahre später wird der Pfälzer von Herberger sogar noch für die WM in Schweden nominiert.


 
 Internationale Erfolge nur mit Eintracht Frankfurt

Seine großen fußballerischen Erfolge hatte Pfaff mit der Frankfurter Eintracht; dort nannten sie ihn wegen seiner Spielübersicht "den Fritz Walter der Eintracht". In der Saison 59/60 "dirigierte (er) seine Mannschaft mit der Eleganz eines Ballettmeisters" (kicker) zum deutschen Meistertitel und ins Europapokalfinale der Landesmeister gegen Real Madrid (3:7). Über diese Erfolge sagte Pfaff dem kicker gegenüber später: "Jenes Jahr mit dieser Mannschaft steht bei mir über allem - auch über dem WM-Sieg 1954."

 
 "Wunder von Bern" abgehakt

Heute, inzwischen 77-jährig, hat Paff das Thema WM 1954 abgehakt. 2002 hatte er einen Schlaganfall, seitdem hört er nicht mehr so gut. Seine Frau sagte einmal, ihr Mann würde nicht mehr gerne über diese Zeit reden, mit Fremden schon gar nicht. Und der einstige Supertechniker bestätigt: "Nein, Fußball interessiert mich nicht mehr". Viel mehr interessiert ihn seine Rosenhecke im Garten des Gasthauses, das er mit seiner Familie in einem kleinem Tal mitten im Odenwald seit 30 Jahren bewirtschaftet.

 
 Andreas Bohn

 

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