Gyula Grosics, Foto: dpa
GYULA GROSICS
* 04.02.1926
SPORTLICHE ERFOLGE
  • • Verein: Honvéd Budapest
  • • Vize-Weltmeister 1954
  • • 86 Länderspiele
  • • Olympiasieger 1952

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Die Helden von Bern :: Die Helden :: Gyula Grosics


 Porträt Gyula Grosics
Sündenbock für die Niederlage

Für das ungarische Wunderteam war der "schwarze Panther" ein starker Rückhalt im Tor. Das 3:2 für Deutschland im Endspiel von Bern war sein Schicksalstor und hat sein Leben maßgeblich beeinflusst.

 
Gyula Grosics, Foto: dpa
Gyula Grosics im "Jahrhundertspiel" England gegen UngarnVergößern
Der Torhüter des ungarischen Wunderteams war einer der stärksten Torhüter des WM-Turniers in der Schweiz, doch im Endspiel gegen Deutschland machte er eine unglückliche Figur. Nach der Niederlage von Bern wurde er deshalb monatelang von der ungarischen Stasi drangsaliert, unter Hausarrest gestellt und wegen angeblicher Spionage im Dezember 1954 angeklagt. Sein Vater verlor seinen Arbeitsplatz. 13 Monate dauerte der Prozess bis Grosics schließlich aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde. Am schlimmsten war für den Torhüter die Verbannung nach Tatabanya zu einem unbedeutenden Provinzverein. Nachdem Gyula Grosics von 1950 bis 54 - wie viele seiner Mannschaftskameraden - bei Honvéd Budapest gespielt hatte, eine große Demütigung. Das wäre nicht passiert, wenn Rahn nicht das dritte Tor geschossen hätte und Ungarn Weltmeister geworden wäre, meint Grosics rückblickend. Noch heute steigen ihm die Tränen in die Augen, wenn er erzählt, wie er das Endspiel von Bern erlebte.


 
 Nach der Niederschlagung des Volksaufstandes 1956 reiste Grosics zunächst mit Honvéd durch Westeuropa. Im Januar 1957 erhielt er ein Angebot von Flamengo Rio des Janeiro. Doch Grosics beschloss, in seine Heimat zurückzukehren. Danach spielte er wieder in der Fußballprovinz für Tatabanya, durfte aber 1958 und 1962 an den Fußballweltmeisterschaften in Schweden und Chile teilnehmen. Nach 1989 engagierte er sich als Politiker in der Demokratiebewegung.

 
 Andreas Oehler

 

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