Albert Sing
ALBERT SING
* 07.04.1917
SPORTLICHE LAUFBAHN
  • • Stationen als Spieler: FC Eislingen, Stuttgarter Kickers
  • • 9 Länderspiele
  • • Stationen als Trainer (Auswahl): Normannia Gmünd, Sportfreunde Schaffhausen, Young Boys Bern, Grasshoppers Zürich, VfB Stuttgart, TSV 1860 München, FC Zürich

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 Porträt Co-Trainer Albert Sing
Das vergessene "Mädchen für alles"

Der unglaubliche Zusammenhalt der deutschen Nationalmannschaft wird immer wieder als Garant für den WM-Sieg 1954 angeführt: Vom "Geist von Spiez" ist da die Rede, und gemeint ist die Kameradschaft unter den Spielern, die gute Stimmung auch bei den Reservisten. Dafür hatte maßgeblich Co-Trainer Albert Sing gesorgt und damit einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum "Wunder von Bern" geleistet.

 
 Albert Sing – selbst Fußballexperten kommen ins Grübeln, wenn sie diesen Namen im Zusammenhang mit dem WM-Erfolg in Bern hören. Ja, da war ein Co-Trainer; einer, der die Mannschaft, insbesondere die zweite Garde, bei Laune hielt und der dafür sorgte, dass kein "Lagerkoller" aufkam.

Albert Sing hatte eine Menge Aufgaben: Der gebürtige Schwabe aus Eislingen bei Göppingen entdeckte und vermittelte das idyllisch am Thuner See gelegene Strandhotel Belvedere in Spiez, wo sich die späteren "Helden" in Ruhe auf ihre Spiele vorbereiten konnten. Er suchte den Trainingsplatz aus, war als Spielbeobachter unterwegs und half "Zeugwart" Adi Dassler beim Anschrauben der damals revolutionären Schraubstollen. Außerdem sorgte er für Abwechslung, indem er Ausflüge und Einkaufsfahrten organisierte.

"Für Reibereien hatten die Jungs gar keine Zeit," sagt der heute 87-Jährige im Rückblick, "denn als Mädchen für alles habe ich ihnen quasi jeden Wunsch erfüllt."


 
 Sing reservierte die "Glückskabine"

Herberger hatte Sing als Assistenztrainer ausgewählt und ihn ohne sein Wissen als Assistenztrainer angemeldet. Was Sing auszeichnete: Als Trainer der Young Boys Bern, die er zu vier Meistertiteln führte, kannte er Land und Leute und konnte seinen Einfluss geltend machen. So schaffte er es, für das Finale im Wankdorfstadion von Bern die von den Ungarn unbedingt gewollte "Glückskabine" mit der Nummer 2 zu reservieren: "Die Deutschen in Kabine 2, Brönimann", sagte Sing vor dem Spiel zu Hausmeister Walter Brönimann und drückte ihm 20 Franken in die Hand.


 
 "Alles befindet sich in meinem Kopf"

Seine Trainerkarriere hatte Albert Sing 1948 in Schwäbisch Gmünd begonnen. In Deutschland trainierte er unter anderem den VfB Stuttgart, den TSV 1860 München und die Stuttgarter Kickers. Mit Sepp Herberger und Kapitän Fritz Walter stand er bis zu deren Tod in engem Kontakt. An das "Wunder von Bern" besitzt er keine Andenken – abgesehen von einem Mannschaftsfoto. "Alles befindet sich wie eingemeißelt in meinem Kopf," erzählte Sing einmal. Er lebt mit Ehefrau Hilde seit 1970 in der Nähe von Lugano (Tessin).

 
 

 
 Wolfram Porr

 

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