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Staatliche Familienförderung

Mehr Geld für Familien

Kinder haben ist teuer. Viele haben Angst, sich das nicht leisten zu können. Dabei gibt es für Familien verschiedene finanzielle Hilfen vom Staat. Ein Überblick.

Mutterschaftsgeld

Während des Mutterschutzes haben Mitglieder einer gesetzlichen Krankenversicherung Anspruch auf Mutterschaftsgeld, das in etwa dem Nettoeinkommen entspricht. Es setzt sich aus Zahlungen der Krankenkasse und des Arbeitgebers zusammen. Beide Teile müssen getrennt beantragt werden. Frauen, die nicht Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung sind, weil sie entweder privat versichert oder familienversichert sind, erhalten eine Einmalzahlung von höchstens 210 Euro vom Bundesversicherungsamt. Privat Versicherte erhalten je nach Arbeitgeber noch einen Zuschuss vom Chef.

  • Wie viel? Gesetzlich Krankenversicherte: Nettolohn; privat Versicherte und Familienversicherte: höchstens 210 Euro.
  • Für wen? Alle, die krankenversichert sind.
  • Wo beantragen? Mitglieder einer gesetzlichen Krankenversicherung: bei der Krankenkasse und dem Arbeitgeber; privat Versicherte und Familienversicherte: beim Bundesversicherungsamt und eventuell beim Arbeitgeber.

Elterngeld

Seit 2007 gibt es für die Kindererziehung Geld: das Elterngeld. Um es zu bekommen, muss mindestens ein Elternteil aus dem Job aussteigen und sich um das Kind kümmern. Das Elterngeld wird normalerweise die ersten zwölf Monate nach der Geburt gezahlt. Es kann aber um zwei Monate verlängert werden, falls auch der zweite Elternteil eigens für diese Zeit aus dem Job aussteigt oder weniger arbeitet. Wie viel Elterngeld Sie bekommen, ist vom Nettoeinkommen abhängig. Wichtig: Auch Nicht-Berufstätige bekommen Elterngeld.

Tipp: Das Nettoeinkommen hängt auch von der Lohnsteuerklasse ab. Überprüfen Sie diese und nutzen Sie alle Freibeträge aus. Das kann Ihnen bis zu 8.000 Euro mehr bringen.

  • Wie viel? 67 Prozent des Nettoeinkommens; mindestens 300 Euro, maximal 1.800 Euro.
  • Für wen? Alle, die seit 2007 ein Kind bekommen haben.
  • Wo beantragen? Welche Behörde zuständig ist, hängt vom Bundesland ab. Fragen Sie bei Ihrem Rathaus.

Kindergeld

Eltern haben für alle Kinder unter 18 Jahren Anspruch auf Kindergeld. Es wird unabhängig vom Einkommen bezahlt und die Höhe richtet sich nach der Anzahl der Kinder. Auch für Kinder über 18 gibt es bei bestimmten Voraussetzungen Kindergeld - zum Beispiel wegen einer Ausbildung.

  • Wie viel? 1.- 3. Kind: 154 Euro; ab 4. Kind: 179 Euro.
  • Für wen? Alle.
  • Wo beantragen? Familienkasse der Agentur für Arbeit oder des öffentlichen Dienstes.

Kinderzuschlag

Wer wenig verdient, kann zusätzlich zum Kindergeld einen Kinderzuschlag beantragen. Voraussetzung ist, dass das Kind nicht älter als 25 Jahre ist und noch zuhause lebt. Der Kinderzuschlag wird längstens 36 Monate bezahlt.

  • Wie viel? Maximal 140 Euro pro Monat.
  • Für wen? Eltern mit geringem Einkommen.
  • Wo beantragen? Familienkasse der Agentur für Arbeit.

Unterhaltsvorschussleistungen


Alleinerziehende haben Anspruch auf Unterhaltshilfe vom Staat, wenn der andere Elternteil keinen oder zu wenig Unterhalt zahlt. Das Geld gibt es für Kinder bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr und maximal 72 Monate lang. Die Unterhaltsvorschussleistungen werden für den Monat vor der Antragsstellung rückwirkend bezahlt.

  • Wie viel? Bis zum 6. Lebensjahr: 127 Euro (West), 111 Euro (Ost).
  • Ab dem 7. bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres: 170 (West), 151 Euro (Ost).
  • Für wen? Allein Erziehende, die für ihr Kind keinen Unterhalt bekommen.
  • Wo beantragen? Beim Jugendamt des Landkreises oder Stadtkreises, in dem das Kind mit seinem allein Erziehenden Elternteil wohnt.

Steuern

Wer Kinder hat, zahlt weniger Steuern. Wichtig ist auf jeden Fall der Kinderfreibetrag. Der wird auf der Lohnsteuerkarte eingetragen. Kinderbetreuungskosten können Sie von der Steuer absetzen. Zum Beispiel die Kosten für eine Tagesmutter. Außerdem gibt es verschiedene Sonderregelungen für allein Erziehende.

  • Wie viel? Abhängig vom Einkommen.
  • Für wen? Alle Steuerzahler.
  • Wo beantragen? Finanzamt.

Rente

Familie ist ein Vollzeit-Job. Deshalb gibt es dafür einen Bonus von der Rentenkasse: Zeiten der Kindererziehung werden seit 1992 bis zum 3. Lebensjahr des Kindes angerechnet. Die Höhe richtet sich nach einem bundesdeutschen Jahresdurchschnittseinkommen. 2007 beträgt das 29.304 Euro.

Tipp: Die Erziehungszeit sollte für die Rente des schlechter verdienenden Elternteils beantragt werden!

  • Wie viel? Zur Zeit zahlt der Staat rund 26 Euro monatlich in die Rentenkasse.
  • Für wen? Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung.
  • Wo beantragen? Zuständiger Rentenversicherungsträger (z. B. BfA).

Zuschüsse der Bundesländer

Neben der staatlichen Familienförderung des Bundes fördert jedes Bundesland die Familie noch mal extra. Zum Beispiel gibt’s unter anderem in Bayern, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt zusätzliches Geld für Familienurlaube. Und wer Drillinge am Start hat, hat es zum Beispiel in Baden-Württemberg besonders gut: Für jedes Mehrlingskind gibt es einmalig einen Zuschuss bis 2.500 Euro.

Zuschüsse der Städte und Kommunen

Auch Städte und Kommunen haben spezielle Angebote für Familien. Zum Beispiel Hilfsprogramme für Familien in Not oder Familienpässe. Mit so einem Pass haben Sie auch vergünstigten Eintritt in Schwimmbäder. Fragen Sie bei Ihrem Rathaus nach, was Ihre Stadt anbietet.

Autorin: Felicia Mutterer

Weitere Informationen zum Thema:


swr | Stand: 04.04.2007
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