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08.05.09  | Junges Ehrenamt
Peter Schlupp

Peter Schlupp

Mathe ist mehr als nur Rechnen; Mathematik hat eine eigene Logik – behauptet Peter. Und er muss es wissen: seit über einem Jahr ist Peter als Zirkelleiter in der Mathegesellschaft dabei. Vorher war er seit der fünften Klasse selbst Teilnehmer. Über seine damalige Freizeitbeschäftigung hat der Physikstudent auch zu seinem Ehrenamt gefunden: „Ich hab mich schon immer für Mathematik begeistert und Matheolympiaden mitgemacht. Und dann hat sich das so ergeben, dass zufällig der Vorsitzende auch mein Dozent war, und da hat er mich gefragt, ob ich Lust habe und ich hab gesagt ”Na klar!”

Peter Schlupp ist der beste Beweis, dass junge Leute, die sich für Wissenschaften interessieren, keine dicke Hornbrille auf der Nase haben müssen. Denn der 21-Jährige Physikstudent versucht als Zirkelleiter in der Leipziger Schülergesellschaft für Mathematik nicht nur Kinder für die Welt der Zahlen zu begeistern; im Judo zeigt er ihnen als Trainer auch gleich, wie man Angreifer gekonnt auf’s Kreuz legt. Obwohl Peters Zeit mit gleich zwei Ehrenämtern manchmal knapp wird, nimmt er beides sehr ernst: „Man muss sich die Zeit halt nehmen. Also manchmal ist es schon stressig, gerade in der Prüfungszeit des Semesters. Aber ich mach das gern und find’s wichtig, Kindern den Anreiz zu geben, in der Richtung auch weiterzumachen.“

Mathematik ist überall

Peter betreut die 7.Klässler; zurzeit elf Kinder, die sich mit Lösungen von Gleichungen, Binomischen Formeln und Bruchgleichungen „quälen“ lassen. Peter und die Teilnehmer seines Zirkels treffen sich einmal in der Woche für anderthalb Stunden. Wem einmal pro Woche nicht genug ist, der kann die Sommerferien sogar im Mathecamp verbringen. Der Spaß kommt weder im Zirkel noch im Camp zu kurz. Überhaupt lässt sich die LSGM viel einfallen, um Kindern auf lockere und spielerische Art die Mutter aller Wissenschaften zu vermitteln. „Wir haben verschiedene Projekte: neben diesen Zirkeln auch noch ein Mathematikspezialisten-Camp und eine Matherallye, wo wir vormittags mit den Schülern durch die Stadt gehen und die mathematische Seite von Leipzig zeigen; zum Beispiel das goldene Schnittverhältnis der Türme am alten Rathaus und so Sachen, die man als Laie gar nicht kennt, was aber sehr interessant ist“, erklärt Peter.

Erfolg spornt an 

Und in den Dingen, die einem Spaß machen, schneidet man meistens auch besser ab. Die Ergebnisse der Internationalen Matheolympiade 2008 bestätigen das. Denn vier von sechs deutschen Teilnehmern sind Zirkelteilnehmer der LSGM. Auch Peter spornen solche Ergebnisse an: neue Leute als Zirkelleiter zu finden und sein Ehrenamt fortzusetzen. „Solange ich studiere, versuche ich das auf jeden Fall weiterzumachen. Nach dem Studium muss ich erstmal gucken, ob ich hier in Leipzig bleibe oder ob ich woanders hingehe. Aber wenn ich es schaffe – gern!”

Dieser Beitrag wurde geschrieben von MDR | Sputnik

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