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Das bin ich auf dem Weg durchs Watt zur Hallig Habel

Blogger Harald Ganswindt auf dem Weg durchs Watt zur Hallig Habel.

Vielen Ehrenamtlichen scheint der gesellschaftliche Stellenwert ihrer Tätigkeit gar nicht bewusst zu sein. Ihr Engagement ist zum selbstverständlichen Bestandteil ihres Alltags geworden und macht vor allem eines: Spaß.

Die meisten aktiven Mitglieder des Vereins Jordsand, die ich in dieser Woche kennenlernen durfte, sind Rentner. Pflichtbewusst nehmen sie ihre Aufgaben wahr und machen sich dadurch unverzichtbar. Ich hatte den Eindruck, dass den meisten von ihnen der Dienst an der guten Sache gar nicht das Wichtigste ist. Gebraucht zu werden und immer etwas um die Ohren zu haben, verschafft besonders den Älteren offensichtlich eine große Genugtuung und macht einfach Spaß. Sei es nun Harry Dietrichsen, der von seiner Hallig den Vogelwarten zur Seite steht, der Möwenkönig Gerd Ross oder Erhard Jahn. Dass sie dabei Gutes tun und wir alle letzlich davon profitieren, scheint wie ein erfreulicher Nebeneffekt. Ich glaube, in der Biologie nennt man das Symbiose;-)

Spaß an der Sache

Spaß an der Sache steht auch bei den jüngeren Aktiven, mit denen ich gesprochen habe, an erster Stelle. Sie opfern ihre Freizeit und sogar den Jahresurlaub für das Ehrenamt – wie Knut Müller, der jedes Jahr mit seinem Vater die Vogelwarte auf Amrum betreut. Mit dem Begriff “Ehrenamt” konnten die meisten gar nichts anfangen: “Ehrenamt – was ist das eigentlich?”, fragt sich zum Beispiel auch Ursula Buchwald. In ihrem Sprachgebrauch käme dieser Begriff gar nicht vor. Das freiwillige, unbezahlte Engagement ist so selbstverständlich in den Alltag dieser Menschen integriert, dass sie den gesellschaftlichen Stellenwert kaum mehr wahrnehmen. Gerne würden sie weniger Zeit für ihren eigentlich Beruf aufwenden – würden auch auf einen Teil ihres Lohns verzichten. Einen Arbeitgeber zu finden, der sich darauf einlässt, scheint aber unmöglich. Luise Brejcha hat dies lange versucht und arbeitet nun freiberuflich. Für sie ist das Ehrenamt aber noch mehr als Spaß. Sie möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben. Auch Bernd-Dieter Drost ist so etwas wie ein “Vollblut-Ehrenamtler”. Er engagiert sich nicht nur für den Vogelschutz an der Küste, sondern auch für Kinder in einem sibirischen Kinderheim.

Ich ziehe den Hut vor jedem Einzelnen von ihnen. Die Selbstverständlichkeit, mit der sie sich engagieren, hat mich nachhaltig beeindruckt. Zudem sind mir alle ausgesprochen herzlich und hilfsbereit begegnet. Ein Wermutstropfen aber bleibt: Aus mir wird in diesem Leben wohl kein guter Ornithologe mehr – schade eigentlich!

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Dieser Beitrag wurde geschrieben von Harald Ganswindt

Ein Eintrag zu “Fazit: Ehrenamt – was ist das eigentlich?”

  1. Pup Wawa:

    Moin Harald,
    die NDR-Themenwoche hebt sich positiv von den sensationslüsternen Katastrophenmeldungen vieler Medien ab. Deine Berichte sind ein toller Beitrag dazu. Sie machen vor allem 4 Dinge deutlich:
    1. Berichte über Ehrenamtliche motivieren. Wer sich nicht für die Gemeinschaft engagiert, sollte ein schlechtes Gewissen bekommen.
    2. Die Politik sollte dort, wo es geschieht, mehr fördern und wo nicht, mehr fordern.
    3. Die Jugendlichen sind gar nicht so schrecklich, wie man oft zu hören bekommt. Sie brauchen Vorbilder, Perspektiven und Anerkennung (auch durch eine derartige Berichterstattung).
    4. Nicht jeder sollte gleich Ornithologe werden wollen. Es gibt vielfältige Felder für verantwortliches Handeln (ehrenamtliches Engagement). Gute Blogger braucht das Land. Danke.