Aus dem Archiv von ARD.de

Diskutieren Sie mit!

gen_ist_nicht_gen1Mehr als ein Viertel der Deutschen ist ehrenamtlich aktiv.
Was wäre, wenn alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer plötzlich in den Streik treten würden?
In dem Fernsehfilm “Genug ist nicht genug” am 13. Mai im Ersten um 20:15 Uhr wurde dieses Szenario geschildert.

Was denken Sie darüber? Was würde passieren, wenn alle Ehrenamtlichen ausfallen würden? Würde das soziale Leben wirklich zum Erliegen kommen? Schreiben Sie hier Ihre Meinung.

29 Einträge zu “Diskutieren Sie mit!”

  1. Günter Quast:

    Ich bin als 67 jähriger seit 55 Jahren ehrenamtlich im Sport (regional, national und international) tätig und werde dafür am 19. Mai 2009 in Hamburg mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

    Die Gesellschaft kann die an sie gestellten Aufgaben ohne ehrenamtliche Tätigkeit nicht bewältigen. Leider ist bisher über ehrenamtlich tätige Mitmenschen viel zu wenig berichtet worden. Durch die Themenwoche rücken diese Tätigkeiten jetzt sehr in den Mittelpunkt des Interesses und es wurde eine in diesem Umfang bisher nie vorhandene Öffentlichkeit geschaffen.

    Obwohl 23 Mio Ehrenamtler tätig sind, ist der Bedarf immer noch sehr groß und steigt auch ständig an. Die Themenwoche ist geeignet, weiteres Interesse an ehrenamtlicher Tätigkeit zu wecken und die Möglichkeiten einer solchen Tätigkeit darzustellen. Gerade in den jüngeren Jahrgängen werden die Lücken ehrnamtlicher Tätigkeit größer und es besteht die Gefahr, dass hier zukünftig Ausfälle möglich sein können.

    Die neu geschaffene “Ehrenamtspauschale” (§ 3 Nr. 26 a EStG) ist auch keine echte Alternative, weil viele gemeinnützige Organisationen – zumindest in den Sportvereinen – diese Zahlungen tatsächlich mangels entsprechender Mittel garnicht leisten können. Die ursprünglich geplante Steuerentlastung von 300 € für jeden Ehrenamtler hätte nur diejenigen betroffen, die überhaupt Steuern zahlen. Damit wäre ein nicht unerheblicher Teil der ehrenamtlich tätigen Menschen auch nicht in den Genuss einer Vergünstigung gekommen.

    Die ARD hilft durch die Berichterstattung, ehrenamtliche Tätigkeit öffentlich wahrzunehmen. Beenden Sie diese Hilfe bitte nicht nach dem Abschluss der Themenwoche.

    Herzlichen Dank

    Günter Quast

  2. Florian Wüstenberg:

    Ehrenämter sind etwas für alle, die in unserer Gesellschaft einen Platz, genauer einen Arbeitsplatz, haben oder hatten. Was ist mit denen die einen solchen Arbeitsplatz nicht haben? Was ist, wenn ehrenamtliche Tätigkeit manchem einen möglichen Arbeitsplatz und damit einen Platz in unserer Gesellschaft nimmt?
    Wir sollen uns doch angeblich von einer Industriegesellschaft zu einer Dienstleistungsgesellschaft wandeln: ist da überhaupt noch Platz für manches Ehrenamt? Ob man es gutheisst oder nicht: in unserer Gesellschaft wird Wertschätzung über Geldzahlung ausgedrückt. Medaillen und Ehrenzeichen machen niemanden satt.
    Beispiel: Wenn Eltern ihre Kinder zum Vereinssport schicken, möglicherweise weil an öffentlichen allgemeinbildenden Schulen zu wenig Sport unterrichtet wird und das noch häufig fachfremd, erwarten die Eltern, dass die Vereinstrainer entsprechendes Wissen mitbringen, z.B. aus einem Sport-Diplom. So jemand muss dann halt richtig bezahlt werden.

  3. Franz Regler:

    Ich vermisse einen riesigen Teil des ehrenamtlichen Engagements, ohne den unsere Gesellschaft nicht funktionieren würde. Das Ehrenamt im Sportverein ist die eine Sache, aber nicht wirklich notwendig.

    Wenn wir aber auf die hunderttausende ehrenamtlichen Prüfungsausschussmitglieder bei den IHK’s und HWK’s verzichten müssten, dann stünde unsere Wirtschaft schon sehr viel schlechter da. Natürlich werden dort viele Menschen hingeschickt, die auch im Betrieb mit Berufsbildung zu tun haben. Aber es gibt auch viele, die sich als selbständige Handwerker diesen Aufwand, der je nach Berufsrichtung schon mal 100 Stunden und mehr pro Jahr beträgt, eigentlich nicht leisten können. Oder diejenigen, die mal aus beruflichen Gründen dort hingegangen sind, und noch immer mitmachen, obwohl mittlerweile in ganz anderen Berufen/Branchen tätig oder schon Rentner sind. Ohne diese würden ganze Ausschüsse zusammenbrechen. Der Aufwand ist ja erheblich. Bei praktischen Prüfungen ist schon mal ein Bedarf von einem Prüfer für zwei Prüflinge da (Neuordnung der Metall- und Elektroberufe).

    Oder vergessen Sie auch nicht die ganzen öffentlichen Ehrenämter. Der Wahlhelfer ist wohl der bekannteste. Das gerät nur nicht so ganz ins öffentliche Licht, weil die Bediensteten der Kommunen und Landkreise – ehrenamtlich – einen großen Teil abfangen und natürlich auch die Parteien ein Interesse haben, dort vertreten zu sein. Nicht zuletzt die ganzen Laienrichter als Schöffen oder Beisitzer an den Arbeits- oder Handelsgerichten. Gemeinde-, Stadt- und Kreisräte sowie Feldgeschworene nicht zu vergessen. (Naja – in manchen Städten kriegen Stadträte “Aufwands”-entschädigungen, die die Grösse eines mittleren Nettogehalts haben. Die meine ich nun nicht mehr)

    Diese alle sind unverzichtbar. Unser System hängt an ihnen. Die “ehren”-amtlichen im Sportverein sind leider nur “Nice To Have”. Andere sind sogar überflüssig.

    Franz Regler
    Dipl. Ing. (FH)

    Mitglied in einem Prüfungsausschuss
    Mitglied im Vorstand eines gesellschaftspolitischen Vereins
    Bei jeder Wahl Wahlhelfer

  4. Marie Leubner:

    Die forcierte Thematisierung und Instrumentalisierung des Ehrenamtes geschieht vor dem Hintergrund des zunehmenden staatlichen Rückzuges aus Fürsorge und Sozialwesen, Kultur, Natur-, Tier- und Umweltschutz usf.

    Dahinter steckt die aus dem angloamerikanischen Raum stammende Idee der “Privatisierung des Sozialstaates”. Das Zusammenstreichen des Sozialetats birgt die Gefahr sozialer Unruhen, die es durch ehrenamtliches Engagement so weit als möglich abzufedern gilt. Das Prekariat soll sich von denen, die dort noch nicht angekommen sind, so gut als möglich betreuen und ruhig stellen lassen. Aber bitte: Kosten darf es nichts.

    Die aus bislang staatlichen Aufgaben der Daseinsvorsorge abgezogenen Steuermittel werden in Form von Subventionen, “Forschungsmitteln”, Scheinaufträgen, Steuervergünstigungen, “Rettungspaketen” usw. dorthin umverteilt, wo ehrenamtliches Engagement entweder gänzlich unbekannt ist oder in Form von sozialen Feigenblatt-Aktionen werbewirksam in Szene gesetzt wird. Charity ja – aber bitte nur mit Firmenlogo.

  5. Zenka, Margit:

    Ist doch Ehrensache! Auch in diesem Zusammenhang möchte ich zur Diskussion stellen: “Was ist des Menschen Lebenssinn?”

  6. Sandro Mey:

    Sehr geehrtes Team vom Ersten,
    ich finde es absolut überfällig mal die ehrenamtlich tätigen Bürger zu würdigen. Bei uns ist es so, dass viel zu wenige viel zu viel machen, andere reden nur. Ich zum Beispiel weis gar nich auf Anhieb für was ich alles meinen Kopf hin halte. So fängt es vom Gemeinderat, Gartenvereinsvorsitzender, Jugendclubvorstand, Mannschaftsleiter beim heimischen Sportverein bis hin zum Baumschutzbeauftragen und Jugenschöffe an und andere Ehrenämter, die den Rahmen hier sprengen würden. Es müßte öfters auf die Leistungen der Menschen hingewiesen werden, die sich unentgeldlich in die Gesellschaft einbringen und einen unschätzbaren kulturellen und sozialen Wert für unseren Staat erbringen. MfG

  7. Sabine Paul:

    Hallo zusammen, ich heisse Sabine, bin 40 Jahre alt, voll berufstätig und engagiere mich ehrenamtlich zwei mal in der Woche über den Dienst des Stadtjugendamt München. Ich betreue einen türkischen 11-jährigen Jungen und versuche ihm Lernhilfe zu geben, da er bei seinen Großeltern lebt, die beide nicht gut Deutsch sprechen. Dazu gehört sowohl Hausaufgabenbetreuung, als auch Übungen die ihm helfen sich besser mit und in der deutschen Sprache zurechtzufinden. Aber nicht nur bei den Sprachen versuche ich ihn zu unterstützen, sondern auch bei allen anderen Lernbelangen die er hat.

    Meine zweiten Nachhilfeschüler sind 2 Mädchen etwa im selben Alter wie mein erster Schüler, auch hier ist Lernhilfe angesagt und Unterstützung. Das Aufgabengebiet ist sehr ähnlich.

    Mir macht es Spass ein bischen von meiner Zeit für Menschen/Kinder zur Verfügung zu stellen.

    Die Firma für die ich tätig bin organisiert jedes Jahr einen Volunteers Day, dessen Kommitee ich ebenfalls angehöre. Dieses Jahr haben wir 4 Projekte, unter anderem in einem Heim für blinde Frauen, in einem AWO Pflegeheim, und mit Kindern von Migranten.

    Ich erzähle das hier nicht, um mich in irgendeiner Form besonders zu fühlen, sondern weil ich denke, wenn jeder ein klitzekleines bißchen seiner Zeit opfern würde, könnte es noch viel viel mehr ehrenamtliche Helfer geben!

  8. Monika Rieger:

    Ich finde es wirklich enorm, was viele Menschen ehrenamtlich leisten.
    Nur bin ich der Meinung, daß der Staat sich mit diesen Bürgern aus der Verantwortung zieht. Im Grundgesetz heißt es, der Staat ist für seine Bürger verantwortlich. Zu allererst sollten die Bürger kommen, dann die Politiker. Leider ist es bei uns in Deutschland umgekehrt.
    Ausserdem sollten sich alle Länder aus den Kriegsgebieten entfernen und die frei werdenden Gelder im eigenen Land verwenden.
    Wir können nicht überall helfen, wir müssen uns auch mal selbst helfen, denn in Deutschland liegt viel im Argen, da angeblich kein Geld für die Schulen, Kindergärten usw. vorhanden ist.

  9. Kerstin Willems:

    Hallo Zusammen,

    das Ehrenamt ist gut und wichtig. Allerdings sollte es nicht soweit gehn, dass versucht wird Professionelle an entscheidender Stelle einzusparen z.B. Mütter als “Erzieherinnen” im Kindergarten. Was transportiert man mit dieser Botschaft? Man transportiert, dass um im sozialen Bereich zu arbeiten, keine fachliche Qualifizierung notwendig ist. Dies bedeutet wiederum für Professionelle, dass ihre Arbeit- auch monetär- weniger gewürdigt wird, denn das kann ja auch die “Mutter von nebenan” übernehmen. Oder man betrachte die freiwilligen Aktionen von Eltern, die am Wochenende den Kindergarten neu streichen. Welcher Bänker käme auf die Idee unentgeltlich seine Bank am Wochende zu streichen und sich dabei auf die Schulter zu klopfen? Die in sozialen Berufen Tätigen sollten mehr Anerkennung, auch durch das Gehalt für ihre Arbeit einfordern, und nicht für eine Teilzeitstelle Vollzeitarbeit leisten, weil sie “die Arbeit gern machen” und sie durch “das Gefühl Gutes zu tun” schon genug belohnt werden. Aber das Eine schließt das Andere nicht aus! Ich kann doch meine Arbeit gern ausüben UND ein angemessenes Gehalt verlangen. Leider tun Menschen die so denken ihrem Berufsstand keinen Gefallen, da die Arbeitgeber diese Haltung ausnutzen und natürlich froh sind, nur die Hälfte für die doppelte Arbeit zu zahlen und somit die Wertschätzung der sozialen Arbeit noch mehr reduzieren.

  10. WKottwitz:

    Die Politik dieser BRdvD hat das deutsche Volk in den vergangen 20 Jahren an den Bettelstab gebracht und das soziale Gesundheitswesen ruiniert. Krankenkassen hausen in ihren Palästen und an der Fürsorge wird nach allen Regeln der Kunst gespart. Wo man hinschaut, es wird gelogen und betrogen.
    Damit diese Politik auch weiterhin akzeptiert wird, veranstaltet man mit Hilfe der Medien solch eine Themenwoche um das soziale Gewissen der ohnehin überforderten Ehrenamtler noch mehr zu strapazieren und andere zur Hilfe am Nächsten zu animieren. In Wirklichkeit ist dies nur ein weiterer Versuch von den Problemen, welche die Finanzkrise mit sich bringt, abzulenken. Der dumme Michel wird es schon schlucken und wir gewinnen Zeit unsere Schäfchen ins Trockene zu bringen. Hat es bisher einer dieser hoch dotierten Politiker jemals für nötig gehalten einen Teil seines Salärs zu spenden? Im Gegenteil, man erhöht sich die Diäten nach dem Motto, “Was geht mich das Elend der Anderen an”.

  11. Monika Brunst:

    Ich schaue gerade das Sozialdrama “Genug ist nicht genug”. Bewusst dramatisch aufgemacht, aber mit guten Schauspielern im Einsatz, spricht mich der Film an. Die Botschaft ist klar: Ehrenamtliche haben enormen Einfluss in allen Bereichen. Wenn Ehrenamtliche streiken würden, hätte das unabsehbare Folgen. – Ob allerdings Zuschauer dieser zugespitzten Filmversion mit Vergnügen zuschauen bezweifele ich. – Nachdenklichkeit war noch nie bequem.

  12. Claudia G.:

    Hallo Zusammen,

    ich bin 20 Jahre alt und seit einigen Jahren bringe ich mich ehrenamtlich im Roten Kreuz ein und bin fest der Meinung, dass das Ehrenamt sehr wichtig ist. Wenn man allerdings ein bisschen mehr vom Hintergrundwissen mitbekommt, sagt man so kann es nicht weiter gehen! Ich mache zur Zeit eine Ausbildung als Rettungsassistentin und sehe immer öfter, dass Hauptamtliche durch Ehrenamtliche ersetzt werden, was nicht sein kann! Viele Hauptamtliche im Rettungsdienst bekommen nur Zeitverträge, werden nach dem Anerkennungsjahr gar nicht übernommen oder finden erst keine Stelle. So kann es doch nicht weiter gehen! Ehrenamt sollte nicht zum Hauptberuf werden, sondern Spaß machen, ein Hobby sein und nicht irgendwann zur Pflicht werden! Es werden immer mehr Stellen abgebaut, weil die Stellen durch Ehrenamt ersetzt werden. Sollte ein Ehrenamtlicher die Verantwortung vom hauptamtlichen Personal übernehmen? Am Wochenende werden hauptamtliche Schichten gestrichen und das komplette Wochenende durch Ehrenamtliche ersetzt.

    Wo kommen wir hin, wenn es so weiter geht? Was wird passieren?
    Ich bin der Meinung der Film auf ARD hat schon viel aus der Realität gezeigt!
    Wie seht ihr das?

  13. L. Rothschuh:

    Politiker kommen immer schlecht weg. Da laeuft mit Sicherheit auch nicht alles rund. Doch sollte nicht vergessen werden, dass in der Kommunalpolitik fast alles ehrenamtlich erledigt wird, am Abend nach Arbeit und Familie

  14. Jana Harmuth:

    Guten Abend,
    auch ich möchte mich dazu äußern: ich bin Langzeitarbeitslose. Ich habe drei Kinder und keine Oma, dadurch bin ich auf dem Arbeitsmarkt schwer vermittelbar, ich möchte meine Kinder in den Ferien betreuen können. Also im Januar wurden wir von der Arge aufgefordert, Wohngeld und Kinderzuschlag zu beantragen. Nun beziehen wir statt ALG II diese Leistungen. Ich meldete mich arbeitslos ohne Leistungsbezug. Da ich nun nicht mal mehr den privaten Arbeitsvermittler beanspruchen durfte, aber einen Nachweis über soundsoviele Bewerbungen erbringen musste, war mir das irgendwann über. Ich bewarb mich bei der Diakonie als ehrenamtlicher Helfer und konnte prompt eine Woche später anfangen: ich arbeite bis 11.45 Uhr in einer Tagespflege und betreue Senioren mit Pflegestufe I-III. Diese Tätigkeit macht mir sehr viel Spaß und ich fühle mich endlich wieder gebraucht!
    Als ich meiner Einladung vom Arbeitsamt folgte und stolz von meinem Tun berichtete, konnte ich nicht schnell genug gucken, da war ich ausgetragen. Das bedeutet, dass mir KEINE Rentenzeiten angerechnet werden. Da fragt man sich dann doch: soll ich nichtsnützig zu Hause herumsitzen oder sinnvoller Beschäftigung nachgehen??? Jeder Hartz IV-Empfänger erhält Rentenanspruch, dem werden Beiträge in die Rentenversicherung gezahlt…… Mir nicht, da ich ja dem Arbeitsamt nicht mehr zur Verfügung stehe. Ich finde das traurig, mir gehen somit meine Riesterrente und die Kinderzulagen vom Staat flöten, weil ich mich beitragsfrei stellen lasse – ich kann die 79,-Euro freiwillige Rentenversicherung nicht aufbringen……. Was meinen Sie?
    Als ich die Einladung vom Arbeitsamt wahrnahm und stolz

  15. Ehrenamtler:

    Guten Abend,
    Ein ganz hervorragender Film, Gedanke und Ausarbeitung. Ich habe mehr als sechs Jahre ehrenamtlich im sozialen Bereich “gearbeitet”. Während dieser Zeit habe nicht nur angenehme MitarbeiterInnen erlebt. Die schmerzlichste Feststellung war, dass es tatsächlich NIEMANDEN interessiert, wie es den Mitarbeitern ergeht: Hauptsache die “Arbeit” wird erledigt. Nach vielen Seiten ausschauend, nach Hilfe suchend für die aktuellen Belange, habe ich meine Tätigkeit eingestellt und werde unter diesen Gesichtspunkten auch keine ehrenamtliche Tätigkeit mehr annehmen. Gute Arbeit muss auch gut entlohnt werden. In der Tat werden dadurch potenzielle Arbeitsplätze verdrängt. Ich könnte ein ganzes Buch darüber schreiben. Ich wünschte, eis solcher Streik – Tag träfe ein…

  16. Roland Dahlke:

    Hallo Ehrenamtliche,
    ich arbeite schon immer als Erwachsener ehrenamtlich, müssen die Gene sein. Aus dem eigenen Bedürfnis heraus, etwas Gutes zu tun, und ich mach Gutes, das weiß ich. Nur honoriert wird es nicht. Aber das würde gehen, das erträgt man. Aber was ärgert, ist der Fiskus, das Finanzamt. Klar, viele betreiben einen Verein und betrügen das Finanzamt. Auf die Idee kommen wir nicht, nur können wir als Halbprofis gar nicht wissen, wann sich der Fiskus veralbert fühlt. Schon ewig suchen wir ein Vereinsmitglied, welches sich mit den Fördergeldern und den Steuern auskennt. Haben in 10 Jahren keinen gefunden, jedenfalls nicht bei uns auf dem Dorf. Die Idee mit einem Jahr Ruhe der Ehrenamtlichen hatten wir auch schon (einer von der Feuerwehr und Ich), denn die Mühe, die man sich gibt, die Zeit die man investiert, das eigene Geld (Telefon + Spritkosten für das Auto), und dann wird die Arbeit nicht einmal gewürdigt. Man steht als Bettler vor den Gemeindevertretern, wenn man das Gemeindeleben aufrecht erhalten will, und die schaffen es, einem noch etwas zu unterstellen. Alles erlebt.
    Ich ziehe den hut vor allen Freiwilligen, vom Kassenwart eines Vereins bis zu den Feuerwehrleuten. Ich bin stolz auf euch. Denn auch das ist Deutschland!

  17. Günter Schenk:

    Ich bin 65 Jahre alt und seit 50 Jahren ehrenamtlich im Sport, im kommunalen Ehrenamt und im sozialen Bereich tätig. Dies mache ich deshalb, weil ich überzeugt bin, dass ich so anderen Menschen am ehesten dazu verhelfen kann, dass es ihnen gut oder zumindest besser geht. Mir scheint vor allem auch ein gutes Miteinander und die gegenseitige Akzeptanz der Haupt- und der Ehrenamtlichen beim Einsatz für Andere eine Grundvoraussetzung dafür, dass sich Minderheiten und Schwache in der Gesellschaft akzeptiert fühlen können. Ich wundere mich darüber, wie angesichts der Finanzkrise plötzlich viele Milliarden für Banken “locker gemacht” werden können, obwohl für das Nötigste in den Bereichen Soziales, Bildung und bei der Betreuung von Kindern und Alten seit Jahren nicht mehr da ist. Deshalb wünsche ich uns allen Politiker, die Wege aus dieser Misere finden und den Mut zu gerechten Gesetzen haben. Bei der Akzeptanz und steuerlichen Honorierung des Ehrenamts wurde schon Einiges getan. Es müsste aber trotzdem noch viel getan werden.

  18. rob:

    Gut, dass es noch kluge Leute gibt, und in der Tat: das ist Deutschland, denn weder Wirtschaft noch Politik scheint sich noch für das Volk zu interessieren. Wird höchste Zeit, dass wir uns mal regen, und hier geht es nicht um einen Aufruf zu sozialen Unruhen, denn dazu kann man nicht aufrufen, die entstehen, wenn falsch regiert wird. Sollen doch die großen Firmen mal für die kaputten Strassen, die kaputte Umwelt, die kaputte Infrastruktur bezahlen – sie haben diese doch zerstört! – Aber nein: Sie schmarotzen sich durch unser Gemeinwesen, korumpieren unsere Politik und zerstören unsere Gesellschaft. Wie lange wollen wir uns das noch gefallen lassen?

  19. Ingeborg Schmierer:

    Vor 5 Jahren gründete ich die Borreliose-Selbsthilfe Rems-Murr. Nach 38 Jahren unbeschreiblicher Nervenschmerzen und vielen anderen Symptomen endlich die Diagnose chronische Borreliose mit neurologischer Symptomatik und 4 weiteren Co-Infektionen. Vor acht Jahren nahm ich den Kampf gegen die Krankheit auf.
    Die Hilfe und die Kraft schenkte mir ein ehrenamtliches Mitglied einer Borreliose-Selbsthilfe.
    Meine Ärzte holten mich aus dem Fegefeuer der Hölle. Wie kann ich meine Dankbarkeit ausdrücken?
    Mein Weg war, obwohl noch sehr krank, eine eigene Selbsthilfe für Borreliose-Kranke zu gründen. Ehrenamtlich kann ich meine Erfahrungen und meine Hilfe vermitteln. Denn ein Leidensweg der dem meinen gleicht sollte sich nie mehr wiederholen.
    Leider wird die Borreliose-Selbsthilfe oft unter den Teppich gekehrt, denn was nicht sein darf gibt es nicht. Ja, die chronische Borreliose wird zum Teil verleugnet.
    ” Die Borreliose-Selbsthilfe sollte verboten werden”, antwortete ein Arzt einer schwer kranken Patientin.
    Trotz allem konnte ich viele Infizierte vor einer Chronifizierung bewahren. Besonders wichtig ist mir die Aufklärung um einer Zecken-Krankheit vorzubeugen.

    Solange mir die nötige Kraft geschenkt wird werde ich weiterhin den oft völlig verzweifelten Kranken meine Hilfe ” von Kranken für Kranke” anbieten.

  20. Mario Broszio:

    Erst einmal muss ich allen Ehrenamtlichen ein großes Lob aussprechen. Doch wie weit darf man gehen, wenn im sozialen Bereich oder in der Öffentlichkeit die Hälfte ehrenamtlich arbeiten? Ehrenamtliche die sich einsetzen, aber auch anderen die Arbeit wegnehmen. Das hört sich hart an, aber das ist nun mal real. Wenn ich sehe wie die 1 Euro Menschen der ARGE jeden Tag bei uns in der Stadt das Unkraut entfernen. Ich würde mich sehr freuen wenn diese Menschen doch lieber mit Älteren in den Park gehen, mit ihnen reden, Kaffee trinken (die keinen mehr haben). Soziale Kontakte sind wichtig. Man darf einfach die Menschen, die jahrelang für unsere Jugend und Familie gesorgt, die ihr Leben lang dieser Arbeit nachgekommen sind, nicht einfach auf das Abstellgleis stellen und Sie Ihrem Schicksal überlassen.
    Wenn ich dann auch noch höre, dass bei den nächsten Wahlen die Politiker sagen, wir werden Arbeitsplätze schaffen, dann geht mir der Hut hoch. Es ist doch Arbeit da, jetzt denken Sie wo? Genau da wo der Staat Ehrenamtliche einsetzt. Diese Menschen bekommen dann wieder Gehälter, und zahlen dann wieder Steuern, und das fließt wieder in den Haushalt. Die Menschen können sich wieder was kaufen und die Wirtschaft kommt langsam in Fahrt. Nartürlich muss mann diese Leute schulen, ich sage nur: Fördern und Fordern.
    Der Staat hat mit Hartz IV nur Eines bewirkt. Die ARGE muss Arbeitslosen dazu bringen einen Job anzunehmen. Wenn das Geld nicht reicht, zahlt die ARGE eben den Rest. Und so sind die Arbeitslosen dem Arbeitgeber ausgeliefert und einige, ich sage einige nutzen es schamlos aus.
    Mein Motto: Genug ist genug.

  21. Gudrun Sievers:

    Das Ehrenamt wird ausgenutzt. Warum ist das so? Es handelt sich häufig um Frauen, die gern helfend tätig sind. Aus oft unverständlichen Gründen bekommen sie nach der verantwortungsvollen Erziehungsarbeitszeit für die Kinder keine Chancen mehr im ersten Arbeitsmarkt und wollen aber doch nicht “nur herumsitzen”! Sie sind dann gern bereit auch ohne Entgeld Dienste zu übernehmen, für die so nach und nach dann die bezahlten Kräfte weggekürzt werden. Das kann es nicht sein. Dem Staat entgehen Steuern, den Sozialversicherungssystemen entgehen die Beiträge. Die dafür gekündigten Arbeitnehmer bekommen Arbeitslosengeld von den immer weniger werdenden Arbeitsnehmersteuern, den Frauen fehlt nachher die Rentenzeit und sie müssen wieder dem Steuerzahler in die Tasche greifen in Form von Altersarmut! Das sind doch gesteuerte Prozesse der Einrichtungen und Unternehmen, denn am Geld hapert es nicht, wie wir an den “Hilfspaketen” und hohen Milliarden-Subventionen z.B. für Atomkraftwerke, Wiederaufbauten von Schlössern, riesigen neuen Kuktureinrichtungen, Autobahnneubauten, Subventionen in Milliardenhöhen für Industrie und Konzerne sowie Unterstützungen für Banken sehen. Es wird nur immer dreister von den Ärmeren immer wieder mit neuen Methoden zu den Unternehmen hin gescheffelt. Unternehmen wollen eben keine Steuern zahlen und zur Not werden eben Mitarbeiter entlassen oder in Kurzarbeit geschickt. Wie lange will die Gesellschaft noch diese künstlich aufgebauten Mißstände mitmachen? Wie lange soll der kleine Mann noch nur die Zeche zahlen? Es bedarf eines grundsätzlichen Umdenkens in der Bevölkerung, aber auch bei den politischen Kräften und in den Unternehmen. Denn wenn es so weitergeht, muss man mit Generalstreiks der Bevölkerung rechnen, dann ist sicher festzustellen, dass man die Menschen eben doch braucht. Es geht auch anders, das beweisen Unternehmer, die sagen, dass mit zufriedenen Arbeitnehmern auch bessere Arbeit geleistet wird, z.B. im Handwerk. Es gibt ehemalige Unternehmer, die in Vorträgen sagen, dass es anders geht: Man kann seine Arbeitnehmer leistungsgerecht bezahlen, ohne Konkurs anzumelden, wenn man nicht zu stark expandiert und ursprüngliche kaufmännische Grundsätze heute noch beachtet. Die “Heuschrecken” und das zu starke Fusionieren zu immer größeren Konzernkonstrukten haben uns in die Pleite geführt. Spekulanten, die sich verzockt haben, müssen auch die Verantwortung übernehmen. Das führen von Unternehmen birgt Risiken, das weiß jeder Unternehmer seit seiner Ausbildung. Nur wer in guten Zeiten für schlechtere Jahre vorsorgt, ist es wert Unternehmer genannt zu werden. Die ehrenamtlichen Kräfte zerstören unbeabsichtigt die letzten ethischen Grundsätze, sie wollen halt nur nützlich sein. Aber für wen? – Die alten Leute werden trotzdem vernachlässigt. Nutzen tut es nur den Gewinnen der Einrichtungen, die evtl. die fehlgesteuerten politischen Fehler (hohe Schuldenstände, zu ehrgeizige Projekte um den Platz zu sichern, Fehlinvestitionen, Wahlgeschenke) dann noch wieder durch Abgaben an die Städte und Gemeinden ausgleichen – ein teuflischer Kreislauf! Das alles muss beendet werden. Seit 60 Jahren steuern, egal welche Farbe regiert, unsere so genannten Politiker das Schiff dem Abgrund entgegen. Bitte alle Ehrenamtlichen: beendet dieses miese Geschäft – Es geht anders!

  22. QUECK BRIGITTE:

    In der ach so verfehmden DDR hatten alle Arbeit.
    -Die Menschen wurden im Krankenfall kostenlos versorgt und zwar durch gut ausgebildete und bezahlte Ärzte und Krankenschwestern.Wir brauchten dort keine Ehrenamtlichen!
    - Die Kinder wurden alle von ausgebildeten Lehrern und Erzieherinnen unterrrichtet, bzw. betreut und alle bekamen ein warmes Mittagessen und waren diesbezüglich nicht wie teilweise heute von kirchlichen und anderen Hilfsdiensten abhängig.
    -Obdachlose und Drogenabhängige gab es bei uns nicht und deshalb brauchte man dafür ebenfalls keine Ehrenamtlichen.
    Was sagt uns das? Der Sozialismus, der nicht untergegangen ist, sondern untergegangen wurde, ist das eindeutig bessere soziale System. Muss deshalb vielleicht die nicht enden wollende Debatte über die ehemalige Staatssicherheit der DDR herhalten, damit die Leute nicht auf dumme Gedanken kommen?! Denn: In welchem Staate der Welt gibt es keine Staatssicherheit? Fragt sich nur, für wen die Staatssicherheit arbeitet.
    In diesem Staate mit Sicherheit nicht für die kleinen Leute, sondern dafür, dass dieses System so bleibt, wie es ist. Deshalb ist denken die erste Bürgerpflicht !!!

  23. Hermann Brockmeyer:

    Mit großem Interesse habe ich mir die Beiträge angesehen. Es ist doch interessant zu lesen, dass es viele “Ehrenamtliche” gibt, die ihre Freizeit über Jahre der Öffentlichkeit ohne Eigennutz zur Verfügung stellen. Sicherlich sind auch einige “freiwillig” dazugestoßen und haben über die Institution “Bildungsurlaub” ihr Wissen vervollständigt. Leider ist im letzteren Fall vieles im Angebot, welches lieber für wichtigere Dinge genutzt werden könnte. Da sind so Themen über Bildungsurlaub
    vertreten, z.B: “Als die Nazis kamen, was hast du da gemacht” “Malen und Video ein Freizeitspaß”
    Für diesen “Freizeitspaß” werden Betriebe gezwungen, ihren Mitarbeitern Bildungsurlaub zu gewähren.
    Ich war 40 Jahre aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr, davon 21 Jahre Wehrführer und gleichzeitig 15 Jahre Ausbilder. Meine Ausbildung zu diesen Aufgaben habe ich mir von meinem Jahresurlaub geleistet.
    Bildungsurlaub ist für diese doch wohl wichtige Tätigkeit vom Staat bis heute nicht vorgesehen. Und wie sieht es in einem kleinen Handwerk- oder Dienstleistungsbetrieb aus?! Heute hat ein
    Feuerwehrmann(frau) in diesen Betrieben keine Chance, während der Arbeitszeit seinen Arbeitsplatz
    zu verlassen, um einer in Not geratenen Person zu helfen. Das Werkstück muß heute noch zum Versand…basta. Für ein Ehrenamt ist dort kein Platz…leider. Es ist höchste Zeit, dass unsere Politiker sich nicht immer kurz vor den Wahlen sich um uns, die “Ehrenamtlichen”, kümmern. Sie sollten für die Helfer von den Rettungsdiensten: DRK, JUH, Freiwillige Feuerwehren usw. usw. sorgen, dass ihre Ausbildung auch als “Bildungsurlaub” vom Staat unterstüzt wird, dann würden sicherlich noch mehr “Ehrenamtliche” zu finden sein, die “ehrenamtlich” ihren Dienst der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

  24. Ingo Marien:

    Wenn ich die Diskussion mitbekomme, dass Ehrenamtliche Arbeitsplätze fressen, kommt es mir hoch. Sicher, auch dieses ist in Einzelfällen möglich. Aber in vielen Bereichen sollten wir froh sein, dass es Ehrenamtliche gibt, da dieser Personenkreis mit Ideen und Engagement Tätigkeiten verrrichtet, die Hauptamtliche nie tun können. Von den Kosten, die die Gesellschaft (der Steuerzahler) tragen müsste, ganz zu schweigen. Vergessen wird aber auch, dass es sich bei einer großen Anzahl von Ehrenamtlichen um Rentner/Rentnerinnen handelt, die auf diese Weise die Möglichkeit haben, ihre zweifelsohne vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten in den Dienst am Menschen zu stellen. Sie kommen sich daher nicht mehr nutzlos vor, sondern haben damit wieder Sinn in ihrem Leben entdeckt.
    Nicht vergessen darf man auch, dass derjenige der Zeit und Idealismus spendet, dafür auch etwas von den Menschen zurückbekommt.
    Ich selbst bin seit ca. 15 Jahren ehrenamtlicher Betreuer im Strafvollzug. Als solch Ehrenamtlicher gehören wir nicht der Institution “Knast” an und können den Inhaftierten sowie den Angehörigen etwas Normalität bringen und das Bewusstsein, nicht allein gelassen zu werden. Man darf nämlich nicht vergessen, dass auch Straftäter irgendwann ihre Haftzeit verbüßt haben und entlassen werden.
    Und dann? Mit uns kann man vertraulich sprechen, auch lachen! Welcher Hauptamtliche könnte dieses anbieten, selbst bei noch so gutem Willen? Und die Betreuung nach der Haftzeit? Nur wenn eine Vertrauensbasis geschaffen wurde, ist eine weitere Betreuung möglich. Oft sind Freundschaften entstanden und von einem guten Freund nimmt man gerne einen Rat an. Auch Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und keine Falschheit werden als Lebensgrundlage vermittelt.
    In vielen Bereichen setzen sich Ehrenamliche ein. Diese Arbeit ist nicht hoch genug zu bewerten. In fast allen Fällen wird Menschlichkeit vermittelt. Soll man diese abschaffen?

  25. klaus schneider:

    Politik lobt das Ehrenamt n u r in Sonntagsreden!!! Tatsächliche Unterstützung fehlt.
    Vieles, das nur durch ehrenamtliches Engagement geleistet wird, liegt eigentlich in der sozialen Verantwortung des Staates!
    Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten würden ihrem Bildungsauftrag deutlich eher gerecht, wenn sie statt der Brennpunkte zu bedauerlichen Unglücken, mehr politische Aufklärung im Sinne von mehr Bürgernähe und Bürgerrechten senden würden. Und zwar zu besten Sendezeiten, ruhig wöchentlich auch mehrmals kurz und knackig nach der Tagesschau und nicht erst nach 23 Uhr.
    Der tolle Film ,,Genug ist nicht genug” sowie die Themenwoche insgesamt sollte nicht nur als Alibi fungieren!

  26. Marie-Theres Robert:

    Ich engagiere mich in unserer Kirchengemeinde , mein Mann im Sportverein.

    Ich bin auch der Meinung, dass ehrenamtliche Tätigkeiten nicht genug gewürdigt werden, und deshalb begrüße ich diese Themenwoche sehr. In diesen Beiträgen kommt zum Ausdruck, wie vielfältig Ehrenamt sein kann.
    Aber ich bin dagegen, die einzelnen Ehrenämter zu bewerten. Wer will beurteilen, ob ein Ehrenamt mehr wert ist als ein anderes? Ehrenamt ist Ehrenamt, auch wenn es noch so klein ist.

    Unser Engagement ist aber aus einem anderen Grund sehr wichtig.
    Wir sind Vorbilder für unsere Kinder. Wir ermutigen unsere Kinder, den gleichen Weg zu gehen. Wir ermutigen unsere Kinder, sich zu engagieren, auch wenn es dafür keine materielle Entlohnung gibt.
    Die Begeisterung und Freude etwas für die Gemeinschaft zu tun muss das Wichtigste bleiben.

  27. Claudia G.:

    Ich wollte mit meinem Betrag keinesfalls rüber bringen, das Ehrenamtliche Arbeitsplätze fressen, sondern es oft ausgenutzt wird, und somit Arbeitsplätze eingespart werden können. Es ist nicht in jeder ehrenamtlichen Tätigkeit so, sondern kommt auf die Organisationen an! Klar können wir in unserem Falle, Schnelle-Einsatz-Gruppen und Bereitschaften nur oder überwiegend nur von Ehrenamtlichen besetzt werden, was, denke ich, auch richtig so ist, doch sollte man gerade im Rettungsdienst nicht an qualifiziertem, ausgebildetem Personal sparen und genau das ist der Punkt, wo sich Politiker und die Verantwortlichen aus der Verantwortung rausziehen!

  28. rob:

    Ehrenamt ist gut und schön! Und es ist immer ein Unterschied, ob jemand mit anderen sein Freizeit sinnvoll gestaltet, oder ob jemand seinen Job tut. Außerdem zeugt es von einer Gemeinschaft in unserer Gesellschaft. Und es nimmt keinem(!)den Arbeitsplatz weg! Schändlich ist, dass der Staat sich immer mehr vom Sozialen abwendet und lediglich das Wirtschaftliche im Auge hat, und auch dort noch blind und dumm ist. Dies unsoziale, unökologische und pseudoliberale Politik zerstört Arbeitsplätze, nutzt Ehrenamt aus, zerstört Gemeinwesen, spielt Bürger gegen Bürger, Mensch gegen Mensch aus und schickt uns am Ende alle noch in einen Krieg. Es gibt zwei demokratische Mittel dagegen: Streik und Demonstration!
    Und zwar nicht du gegen mich, sondern Menschen für eine menschlichere Politik und menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen. Nur braucht es dafür keine Maulhelden… ich denke so will der Film verstanden werden.

  29. Peter Menten:

    Guten Tag,
    habe mir soeben per Video den Fernsehfilm angesehen. Ich finde es richtig und gut, einmal darauf hinzuweisen, in welcher Art und Weise schon heute viele Teile der Gesellschaft in der Republik via Ehrenämter am Laufen gehalten wird.
    Ich selbst bin in verschiedenen Ehrenämtern tätig und habe auch über 2 Jahre in einem Hospiz ehrenamtlich gearbeitet. Nachdem – wie auch im Film geschildert – ich aber bemerken musste, dass Personalplanstellen einfach nicht besetzt wurden (Ehrenamtliche sind ja billiger, bzw. die Hauptamtlichen können ja Überstunden machen), und ich dies gegenüber der Geschäftsführung verlautbarte, erhielt ich statt der Möglichkeit des Dialoges ein Hausverbot!!

    Soweit meine Erfahrung über die Wertschätzung von Ehrenamtlichen.
    Zur Zeit bin ich in zwei Einrichtungen tätig, wo auch die Wertschätzung unserer Arbeit statt findet. Es
    ist die Seemannsmission in Hamburg und das Thalia Theater in Hamburg. Es gibt also auch andere Seiten.